Veranstaltungen
Peter Klein: Die Tragödie des Ghettos von Riga 1941
Nach der Besetzung Lettlands Juli 1941 durch die deutsche Armee wurden die Rigaer Juden im Ghetto zusammengetrieben. Ende November, Anfang Dezember wurden fast alle Bewohner des Ghettos in den Wald von Rumbula gebracht und ermordet. In das leere Ghetto wurden die aus Deutschland deportierten Juden gebracht. Wir wollen an diese Tragödie in unserer Partnerstadt Riga vor 70 Jahren erinnern.
Dienstag, 6. Dezember 2011, 20 Uhr
Landeszentrale f. pol. Bildung, Osterdeich 6
Igal Avidan: Wo ist Israel und wo entsteht Palästina?
Der lange Weg zur Zwei-Staaten-Lösung aus israelischer Sicht. Wird der Antrag der Palästinensischen Autonomiebehörde an die UN, Palästina als selbständigen Staat anzuerkennen, eine Lösung des Konfliktes leichter oder schwerer machen? Igal Avidan ist israelischer Journalist, der in Berlin lebt und für deutsche wie israelische Medien arbeitet.
13. Oktober 2011, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Matthias Küntzel: Israel und der arabische Frühling
Der Aufschwung demokratischer Bewegungen in arabischen Staaten, der Sturz von Despoten: Das ist in Israel wie überall Anlass zu Hoffnungen; aber gleichzeitig auch zu Sorge: Was folgt auf den arabischen Frühling? Welche Folgen für die Lage und Sicherheit Israels wird er haben? M. Küntzel hat zu Fragen des Antisemitismus, zur Nahost-Politik und vor allem dem Iran publiziert.
Dienstag, 13. September 2011, 18 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
W. Wittekindt: Waldbrand im Carmelgebirge
Im Dezember letzten Jahres verbrannten beim größten Waldbrand in der Geschichte Israels fünf Millionen Bäume im Carmel-Gebirge. Der Brand bedrohte Haifa, im Zuge der Löscharbeiten kamen 42 Menschen ums Leben. Für Israel ist der Schaden immens, es werden große Anstrengungen unternommen, die Folgen zu beseitigen. W. Wittekindt und seine Frau waren im April als Helfer dort und berichten mit beeindruckenden Bildern über den Brand und die Folgen, sowie über ihre Arbeit.
21. Juni 2011, 20 Uhr
Jüdische Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
W. M. Blumenthal: In achtzig Jahren um die Welt
Der Direktor des Jüdischen Museums Berlin, W. Michael Blumenthal, hat 2010 seine Memoiren veröffentlicht, ein Zeitzeugnis ersten Ranges, ein „politischer Roman des 20. Jahrhunderts“. Geboren in der Weimarer Republik, aufgewachsen im Dritten Reich, floh er mit seiner Familie vor den Nazis ans andere Ende der Welt, nach Shanghai. Von dort emigrierte er in die USA und machte Karriere in Wirtschaft und Politik, unter anderem als Berater Präsident Kennedys und als Finanzminister unter Präsident Carter. 1997 kehrte er nach Berlin zurück. M. Blumenthal stellt seine Autobiographie auf Einladung der DIG und des Bremen United States Center vor.
6. Juni 2011, 17 Uhr
Kaminsaal im Rathaus
Yaacov Lozowick: Jerusalem. Zukunft der Stadt
Die Zukunft Jerusalems: das ist ein Eckstein in allen Überlegungen über mögliche nachhaltige Lösungen der Konflikte im Nahen Osten. In dieser Stadt stoßen auf engstem Raum religiöse und historische Traditionen aufeinander, religiöse Orte der Stadt haben eine sehr hohe Bedeutung für drei große Religionen. Die Stadt ist ein Ganzes und doch geteilt, auf vielfache Weise. Wie kann die Zukunft einer solchen Stadt aussehen? Dr. Yaacov Lozowick war lange Jahre Archivleiter in Yad Vashem, Autor des Buches „Israels Existenzkampf“. In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung.
Sonntag, 15. Mai 2011, 16 Uhr
Galerie Rabus, Plantage 13
Aschot Manutscharjan: Außenpolitik Irans und Israel
In Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen laden wir ein zu einem Vortrag über die Außenpolitik Irans: Eine Bedrohung des Staates Israel? Dabei steht das Atomprogramm des Iran und die Konsequenzen für Israel im Mittelpunkt. Dr. Aschot Manutscharja ist deutsch-armenischer Publizist und Experte für internationale Sicherheitspolitik.
Dienstag, 1. März 2011, 19 Uhr
Konrad-Adenauer-Stifrung, Martiniatr. 25
Hans Jörg Sandkühler: Philosophie im 3. Reich
Wie hat die Philosophie auf den Nationalsozialismus reagiert, wie haben sich die Philosophen ihm gegenüber verhalten? Prof. Sandkühler von der Uni Bremen stellt den Sammelband vor, den er vor einem Jahr im Verlag Meiner herausgegeben hat. Er zeigt die Reaktionen von Beförderung und Unterstützung über Anpassung bis zum Widerstand. Eine gemeinsame Veranstaltung von DIG und Philosophischer Gesellschaft.
Dienstag, 18. Januar 2011, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Hermann Kuhn: Tadeusz Borowski (1922–1951)
Tadeusz Borowski war ein polnischer Schriftsteller, der schon unmittelbar nach Kriegsende seine Erfahrungen in Auschwitz und anderen Lagern literarisch verarbeitete. 1946 erschienen die Erzählungen „Wir waren in Auschwitz“. Borowski ist in Schitomir geboren, seine Familie wurde von der KP verfolgt, bis sie nach Warschau ausreisen konnte. Er legte 1940 an einer Untergrundschule sein Abitur ab und begann neben Broterwerb und Untergrundarbeit zu schreiben. 1943 wurde Borowski verhaftet und nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Von dort kam er 1944 über andere Lager nach Dachau, wo er am 1. Mai 1945 befreit wurde. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging er nach Polen zurück, wurde Mitglied der polnischen KP und schrieb. Im Juli 1951 nahm er sich das Leben. Imre Kertész nannte sein Werk „klare, selbstquälerisch gnadenlose Erzählungen“.
Mittwoch, 12. Januar 2011, 20 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 6
Doron Rabonovici: Andernorts
Weshalb polemisiert der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen gegen einen Artikel, den er selbst verfaßt hat? Erkennt er seinen eigenen Text nicht wieder? Herkunft, Identität, Zugehörigkeit – um und um wirbelt Doron Rabinovici in seinem neuen Roman "Andernorts" die Verhältnisse in einer jüdischen Familie, deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten.
Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, lebt seit 1964 in Wien. Buchvorstellung in Kooperation mit der Thalia Buchhandlung.
Dienstag, 11. Januar 2011, 20 Uhr
Thalia, Obernstraße
Eintritt für DIG-Mitglieder 5 Euro
Zippora Feiblowitsch, Haifa: Mein Leben und Überleben
Zippora Feiblowitsch wurde 1927 in Siebenbürgen geboren. Als die Deutschen während des Krieges die Kontrolle dort übernahmen, wurde sie deportiert. Sie überlebte Auschwitz, Mauthausen, andere Arbeitslager und den Todesmarsch. Am Tag der UN-Entscheidung über die Gründung des Staates Israel, am 29. 11. 1947, wanderte sie nach Palästina ein, nach Haifa. Frau Feiblowitsch ist auf Einladung des Vereins Neue Impulse in Deutschland und besucht mehrere Schulen in Bremen und Umgebung. In Zusammenarbeit mit der Bremischen Bürgerschaft und dem Verein Neue Impulse.
Donnerstag, 18. November 2010, 18 Uhr
Haus der Bürgerschaft, Am Markt
Rolf Rübsam: Kindheit in der Verfolgung
Über jüdische Kinder in der NS-Zeit in Bremen berichtet Rolf Rübsam in seinem Vortrag. Rolf Rübsam hat eine Reihe von Studien zur jüdischen Geschichte in Bremen veröffentlicht; er ist Mitglied im Vorstand der DIG. Eine Veranstaltung mit der Historischen Gesellschaft Bremen e.V.
Dienstag, 16. November 2010, 18 Uhr
Staatsarchiv Bremen, Am Staatsarchiv 1
Karl Pfeiffer: Zwischen allen Stühlen
1938 flüchtete Karl Pfeifer als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Österreich, zunächst nach Ungarn. Vier Jahre später erreichte er Palästina mit einem der letzten Kindertransporte. Er lebte im Kibbuz, kämpfte 1948 im Unabhängigkeitskrieg und kehrte Anfang der 50er Jahre nach Österreich zurück. Er ist bekannt als unbequemer und engagierter Journalist. In den letzten Jahren hat er den wachsenden Antisemitismus verfolgt, vor allem in Ungarn, wo seit dem Wahlsieg von Orban und dem Aufstieg der rechtsradikalen „Jobbik“ die Lage bedrohlich geworden ist. Darüber wird Karl Pfeiffer im Anschluss an einen Film über seinen Lebensweg berichten. Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative und der DGB-Jugend in Zusammenarbeit mit der DIG.
Montag, 15. November 2010, 18.30 Uhr (Film), 20.15 Uhr (Diskussion)
Gewerkschaftshaus, Bahnhofsplatz 22–28
David Rubinger: 60 Jahre Fotojournalist in Israel
Im Sommer 2008 haben wir in Bremen in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Fotoausstellung mit Bildern von Paul Goldmann und David Rubinger in der Bürgerschaft zeigen können. Nun ist im Pellens Verlag (Bonn) die deutsche Ausgabe der Erinnerungen David Rubingers erschienen, unter dem Titel "Israel durch mein Objektiv – 60 Jahre als Fotojournalist". Der weltbekannte Fotograf ist auch ein wunderbarer Erzähler, der 60 Jahre israelischer Geschichte in Bild und Sprache spannend und humorvoll Revue passieren lässt. Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Nordwestradio.
Sonntag, 26. September 2010, 16 Uhr
Bremer Presseclub Schnoor
Luca Lombardi: Zwischen Italien und Israel
Luca Lombardi ist 1945 in Rom geboren und zählt zu den weltweit bekanntesten italienischen Komponisten der Gegenwart. Während seiner Studienzeit stand er im ständigen Kontakt mit der deutschen Musiktradition – von Eisler (über den er promovierte) und Dessau bis Bernd Alois Zimmermann, Stockhausen und Kagel. Er ist Mitglied der Akademie der Künste (Berlin). Zu seinen Werken gehören unter anderem Opern wie „Faust“ oder „Il re nudo“, symphonische und Kammermusik. Ende 2008 wurde Lombardi israelischer Staatsbürger und lebt seitdem sowohl in Italien als auch in Israel. Mehrfach war er Gast des Hanse Wissenschaftskollegs in Delmenhorst. Beim Gespräch, das von Grigori Pantijelew moderiert wird, will Luca Lombardi über „Gedanken eines deutsch geprägten italienischen Komponisten mit israelischem Pass“ reden.
Sonntag, 19. September 2010, 16 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 6
"Free Gaza"?
Aber von wem, wie und mit welchem Ziel?
Angesichts der gewaltsamen Vorfälle der vergangenen Woche vor der Küste Gazas war die Weltöffentlichkeit erschüttert und in ihrem Urteil schnell weitgehend einig: Israel ist der Schuldige. Wir sind aber überzeugt, dass einige Fragen gestellt werden müssen: Wer sind die Organisatoren der „Friedensflotte“, was ist die politische Absicht ihrer Aktion? Was ist am Montag geschehen, und warum kam es auf einem der Schiffe zu den tragischen Todesfällen? Welche Fehler sind dabei gemacht worden? Allgemein: Welche Gründe haben Israel und Ägypten für die Seeblockade des Gaza-Streifens? Wie ist die politische und humanitäre Situation in Gaza? Welche Alternativen in der Politik Israels gibt es?
Dienstag, 8. Juni 2010, 20 Uhr
Jüdische Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
Daniel Dagan: Vergessene Flüchtlinge
Über das Schicksal der Juden, die aus arabischen Ländern fliehen mussten. Das Schicksal palästinensischer Flüchtlinge und ihrer Nachfahren ist heute häufig Gegenstand der Politik; das für sie geforderte Rückkehrrecht ist eines der hoch kontroversen Punkte aller Gespräche zwischen Israel und Palästinensern. Das Schicksal der über eine Million Juden, die nach dem Krieg aus den arabischen Staaten fliehen und in Israel ganz von vorn anfangen mussten, ist dagegen in Europa weitgehend unbekannt. Darüber wird der Journalist Daniel Dagan, auch aus eigener Erfahrung, berichten. Dagan ist in Kairo geboren, in Frankreich und im Kibbuz aufgewachsen. Nach Stationen in vielen Hauptstädten lebt Daniel Dagan heute als Journalist in Berlin.
Montag, 3. Mai 2010, 20 Uhr
Jüdische Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz 2011?
Sollen wir im kommenden Jahr 2011 eine Fahrt junger Menschen aus Bremen nach Auschwitz organisieren? Vielleicht in Zusammenarbeit mit unseren Partnerstädten Danzig und Haifa? Wäre das machbar und welche Bedeutung hätte es für die Jugendlichen und die Stadt? Welche Erfahrungen sind mit solchen Fahrten gemacht worden, welche Probleme sind zu bedenken? Wir laden Sie herzlich zu einem ersten offenen Gedankenaustausch ein. Hartmut Ziesing arbeitet seit 1989 in der Jugend- und Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt internationale Gedenkstättenarbeit. Seit 2007 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle.
Sonntag, 21.Februar 2010, 11 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 6
Claude Lanzmann: Warum Israel? (1972)
Der Film "Warum Israel" ist der erste Film in der Trilogie Claude Lanzmanns über das jüdische Schicksal in der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart. Es folgten "Shoa" (1985) und "Tsahal" (1994, über die israelische Armee). "Warum Israel" zeigt die Existenz des jüdischen Staates in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit. In letzter Zeit ist wieder kontrovers über den Film diskutiert worden. Wir laden Sie herzlich ein, ihn gemeinsam anzusehen und über ihn zu sprechen.
Dienstag, 16. Februar 2010, 19 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 6
Dr. Hermann Kuhn: Erinnerung an Marek Edelman
Im Oktober 2009 ist Marek Edelman in Warschau im Alter von 90 Jahren gestorben. Er war Widerstandskämpfer des Aufstandes im Warschauer Ghetto im April 1943, eine herausragende Persönlichkeit Polens im 20. Jahrhundert. Marek Edelman war tätig in der jüdisch-sozialistischen Organisation „Bund“. Im Ghetto von Warschau arbeitete er im Widerstand, baute die „Jüdische Kampforganisation“ mit auf, als die Liquidierung des Ghettos begann, und war einer der politischen und militärischen Führer des Aufstandes gegen die deutsche Wehrmacht und SS. Im Mai 1943 entkam er mit der letzten Gruppe durch die Kanalisation und schloss sich im August 1944 erneut den Aufständischen in Warschau an. Nach dem Krieg wurde Edelman Kardiologe in Lodz. 1979 trat er der Solidarnosc bei, saß dafür im Gefängnis. Nach 1989 war Marek Edelman Mitglied des polnischen Parlaments. Der Vortrag will Marek Edelman würdigen, der ein Held war, aber vom Heroischen und von Pathos nichts wissen wollte, weil sie in seinen Augen den Opfern des Holocaust nicht gerecht werden. Seine Erzählung war anders.
Mittwoch, 13. Januar 2010, 20 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 6
Danny Wieler: Der Kibbutz - Ende einer Utopie?
Die Kibbutzim in Israel waren einst der Traum vom Paradies, vom friedlichen und solidarischen Leben und Arbeiten. Sie waren Modell und Hoffnung des jungen Staates Isarel. Doch wegen der Wirtschaftslage sind viele Kibbutzim seit den 80ern durch Veränderungen bedroht, die bis an das geistige Fundament der Kooperativen gehen. Ist das Modell in die Krise geraten? Danny Wieler zieht eine vorläufige Bilanz. Er ist in Zürich geboren, seit 1966 in Israel, Mitglied des Kibbutz Magen in der Negev Wüste. Er hat als Lehrer gearbeitet, zuletzt in Givat Haviva, dem Institut für jüdisch-arabische Projekte.
Montag, 7. Dezember 2009, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Dr. Widu Wittekindt: "Es war einmal ein Palästina"
Einführung in das Buch von Tom Segev. In seinem Buch über die britische Mandatszeit von 1917 bis 1948 schildert der bekannte israelische Historiker Tom Segev, wie es zur Entstehung des Krisenherdes in Palästina kam. Es war, so schreibt er, eine Ära grenzenloser Möglichkeiten und tragischer Fehlentscheidungen. Die Entstehung zweier Nationalbewegungen und der Weg in die Konfrontation, die bis heute anhält, wird von Tom Segev nachgezeichnet. Dr. Widu Wittekind, Vorstandsmitglied der DIG Bremen, führt in das Buch von Tom Segev ein, das auch für das Verständnis der gegenwärtigen Lage wichtig ist.
Dienstag, 24. November 2009
Landeszentrale für politische Bildung, Osterdeich 8
Dr. Achim Rohde: Israel.-paläst. Schulbuchprojekt
Die (gemeinsame) Geschichte mit den Augen des anderen sehen. Dr. Achim Rohde vom Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig berichtet über ein Schulbuchprojekt von israelischen und palästinensischen WissenschaflerInnen und LehrerInnen zur Geschichte des Nahostkonflikts. Seit 2002 arbeitet das Institut PRIME (Peace Research Institute in the Middle East) an der Entwicklung eines bi-nationalen Schulbuchs. Das Georg-Eckert-Institut in Braunschweig berät sie dabei. Die Beteiligten haben sich darauf verständigt, gemeinsam ein Buch zu erarbeiten, in dem die Darstellung beider Seiten gleichberechtigt gegenüber gestellt wird.
Dienstag, 17. November, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
S. Salzborn: Feindbild Judentum. Neuer (alter) Antisemitismus
Bedroht offener Antisemitismus heute erneut Europa? Diese Frage muss gestellt werden. Antisemitismus gab es in Teilen europäischer Gesellschaften immer, zeigte sich aber in der Regel nicht offen. Ändert sich das gegenwärtig im Windschatten einer grundsätzlichen und einseitigen Kritik an Israel, die das Existenzrecht des jüdischen Staates in Frage stellt? Wird der Antisemitismus (und seine Verschwörungstheorien) auf diesem Weg salonfähig, in muslimischen Milieus wie auf der politischen Linken und Rechten? Solchen Fragen geht der Vortrag von Dr. Samuel Salzborn nach. Dr. Samuel Salzborn, Jahrgang 1977, ist am Institut für Politikwissenschaften der Universität Gießen beschäftigt und arbeitet derzeit an einem Projekt über Antisemitismus-Theorien.
Dienstag, 22. September 2009, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
D. Rubinger: Israel mit den Augen eines Fotojournalisten
David Rubinger wurde 1924 in Wien geboren und emigrierte 1939 nach Palästina. Dort lebte er einige Jahre in einem Kibbutz, bevor er 1942 in die Britische Armee eintrat. Nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 begann der Autodidakt Rubinger als freiberuflicher Fotograf zu arbeiten – zunächst für lokale Medien, später für Magazine wie TIME und LIFE. Sein 1967 nach der Eroberung der Altstadt von Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg entstandenes Foto israelischer Soldaten, die ehrfürchtig an der Klagemauer stehen, zählt zu den berühmtesten Aufnahmen in der Geschichte der Kriegsfotografie. Heute lebt und arbeitet David Rubinger in Jerusalem.
Donnerstag, 23. April 2009, 18 Uhr
Bremer Presseclub im Schnoor
60 Jahre Pressefotografie aus Israel. Paul Goldman und David Rubinger
Das Foto von David Ben Gurion beim Kopfstand am Strand von Herzliya genießt in Israel Kultstatus. Überraschend wenig bekannt dagegen ist Paul Goldman, der Schöpfer dieser – und anderer – Ikonen der Gründerjahre des Staates Israel. Goldman wurde 1900 in Budapest geboren. Er dokumentierte zwischen 1943 und 1961 den im Entstehen begriffenen Staat Israel und schuf Bilder, die heute Teil des visuellen Gedächtnisses des Landes sind. Als Goldman im Jahr 1986 starb, geriet sein Werk in Vergessenheit. 1998 begab sich David Rubinger, 1924 in Wien geboren, auf die Suche nach dem verlorenen Nachlass seines älteren Kollegen und wurde auf dem Dachboden der Tochter Goldmans fündig. Goldman und Rubinger, beide Pioniere der Presse- und Dokumentationsfotografie, begleiteten die Geschichte Israels mit ihrer Kamera und dokumentierten die turbulenten Phasen der Staatsgründung und –entwicklung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen und die Bremische Bürgerschaft präsentieren eindrucksvolle Zeitdokumente von Paul Goldman zusammen mit ausgewählten Fotografien von David Rubinger in einer gemeinsamen Ausstellung.
Mittwoch, 22. April 2009, 18 Uh
Haus der Bürgerschaft
Joachim Schlör: 100 Jahre Haifa
Der 11. April 1909 gilt als Gründungsdatum der Stadt Tel Aviv. An diesem Tag hatten zwei jüdische Hausbaugesellschaften in den Dünen nördlich von Jaffa eine Versammlung unter Führung des späteren ersten Bürgermeisters Meir Dizengoff einberufen, um die in der Gegend erworbenen Landparzellen per Los an die Interessenten zu verteilen. Seither ist Tel Aviv zum Symbol des modernen Israel geworden: Es ist die erste hebräische Stadt der Moderne, ein Laboratorium für den jüdischen Staat und zentraler Ort für die kulturelle Identität Israels, Weltkulturerbe. Vom Traum zur Stadt: Darüber referiert der in Großbritannien lehrende Kulturwissenschaftler Prof. Joachim Schlör, der mit zahlreichen Veröffentlichungen zu den herausragenden Kennern der Stadtgeschichte Tel Avivs zählt.
Sonntag, 19. April 2009, 19 Uhr
Jüdischen Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
Najem Wali: Reise in das Herz des Feindes
"Lerne erst den anderen kennen, bevor Du Dir eine Meinung über ihn bildest!" (Sartre)
Der Iraker Najem Wali machte sich also auf den Weg zu einer Reise in das "Herz des Feindes", nach Israel. Herausgekommen ist eine beeindruckende Analyse, aus der Wali lesen wird.
Anschließend diskutieren Najem Wali, Udo Steinbach und Marieluise Beck unter der Moderation von T. Jantschek (Radio Bremen).
Mittwoch, 11. März 2009, 19.30 Uhr
Funkhaus Radio Bremen, Cafe Weserhaus
Samuel Salzborn: "Feindbild Judentum"
"Offener Antisemitismus bedroht Europa", schreibt Richard Herzinger in der "Welt" am 27. Januar. Was ist neu an diesem Antisemitismus, was ist nur ein neues Gewand für ein altes Feindbild? Inwieweit macht eine bestimmte Kritik an Israel Antisemitismus wieder hoffähig? Diesen und anderen Fragen geht Dr. Samuel Salzborn aus Gießen in seinem Vortrag nach.
Dienstag, 10. Februar, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Barbara Honigmann: "Das überirdische Licht"
Im Winter 2005 reiste B. Honigmann nach New York. Unaufdringlich, persönlich und mit viel Witz berichtet sie von einem Aufenthalt zwischen jüdischen "connections" und "communities". Unversehens wird daraus eine Reise zurück in die deutsche Vergangenheit. Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, lebt in Straßburg.
Dienstag, 3. Februar 2009, 20 Uhr
Thalia-Buchhaus Obernstraße
Feierstunde zum 27. Januar 2009
Auf der Feierstunde des Senats zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sprach Alexander Bergmann aus Riga. (Text seiner Ansprache hier) Er erhielt die deutsche Ausgabe seiner Erinnerungen "Aufzeichnungen eines Untermenschen" überreicht.
Susanne Heim: Vorstellung einer Quellenedition
Erstmals wird mit der 2007 begonnen Edition eine umfassende Auswahl von Quellen zum Mord an den europäischen Juden vorgelegt. Das Werk soll die zeitgeschichtlichen Kontexte zeigen, die Dynamiken und Zwischenstufen des Prozesses, der zu dem beispiellosen Verbrechen führte. Es lässt sich als wissenschaftliches Hilfsmittel nutzen und es kann als Schriftdenkmal für die ermordeten Juden Europas gelesen werden. Die auf 16 Bände geplante Edition umfasst authentische Zeugnisse der Verfolger und der Opfer. Sie sind wissenschaftlich kommentiert und werden zum großen Teil zum ersten Mal veröffentlicht. Dr. Susanne Heim vom Institut für Zeitgeschichte ist Mitherausgeberin der Edition.
15. Januar 2009, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Hermann Kuhn: Jean Améry
Jean Améry (geboren als Hanns Maier in Wien, gestorben durch Freitod 1978) hat 1966 mit seinem Essayband „Jenseits von Schuld und Sühne“ seine Erfahrungen als „jüdisches Nazi-Opfer“ unter der Folter und in Auschwitz berichtet und reflektiert. Diese Erfahrungen wurden auch Grundlage seiner bekannten Abhandlungen über das Altern und den Freitod. Seine radikale Forderung an Deutschland, die wenig Echo fand, hieß: "Hitler zurücknehmen!" Sie ist eine Würdigung und erneute Auseinandersetzung wert. Dazu soll die Veranstaltung beitragen.
13. Januar 2009, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Israel, Gaza und die Lage im Nahen Osten
Seit dem ersten Tag der militärischen Reaktion Israels auf den andauernden Raketenbeschuss durch Hamas und andere Terrorgruppen aus Gaza wird in der Weltöffentlichkeit, auch in Deutschland, kontrovers diskutiert: Über Ursachen, Legitimation, Ziele und Folgen. Und niemand weiß, wie die Auseinandersetzungen in den nächsten Tagen weiter gehen werden. Wir laden zum offenen Meinungsaustausch über die Lage in Israel, in Gaza und im gesamten Nahen Osten ein.
6. Januar 2009, 18 Uhr
EuropaPunktBremen, Seiteneingang Haus der Bürgerschaft
Anita Lasker-Wallfisch: "Ihr sollt die Wahrheit erben"
Anita Lasker-Wallfisch stammt aus einer Familie des deutschen Bürgertums in Breslau. Weil sie Juden waren, wurden ihre Eltern ermordet, Anita Lasker wurde zur Zwangsarbeit verschleppt. Wegen Passfälschung verurteilt, kam sie als Kriminelle nach Auschwitz und entging so dem sofortigen Tod. Sie wurde Mitglied des „Mädchenorchesters“ von Auschwitz und konnte dadurch überleben. Nach der Befreiung wanderte sie nach England aus und war Mitbegründerin des English Chamber Orchestra. Seit 1994 besucht Anita Lasker-Wallfisch auch Deutschland und liest aus ihrer Autobiographie.
10. November, 19.30 Uhr
St. Johannis-Schule, Willehadsaal
Ludger Heid: Die "Polen-Aktion" 1938
Nach der Aufforderung der polnischen Regierung im Oktober 1938, alle im Ausland lebenden polnischen Staatsbürger müssten ihre Pässe kontrollieren lassen, beschloss die deutsche Regierung kurzerhand die Abschiebung von 17.000 polnischen Juden, auch mehr als 100 aus Bremen. Viele wurden ins Niemandsland verschleppt. Unter ihnen war auch die Familie Grynszpan; ihr in Paris lebender Sohn erschoss auf diese Nachricht hin den deutschen Botschaftssekretär vom Rath. Dies nahmen die Nazis zum Anlass für „spontane“ Aktionen gegen die Juden im Reich und organisierten die Reichspogromnacht. Über diese Vorgeschichte und ihre Bedeutung berichtet der Duisburger Historiker und Publizist Dr. Heid.
4. November, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Lily Maor aus Haifa zu Gast
Lily Maor gehörte 1944 zu einer Gruppe von jungen jüdischen Frauen aus Ungarn, die in den letzten Kriegsmonaten ins Lager Obernheide zwischen Stuhr und Heiligenrode verschleppt und zu Zwangsarbeit eingesetzt wurden; auch in der Innenstadt von Bremen zur Räumung nach Luftangriffen. Die Schicksale dieser Frauen sind in dem Buch „Die Frauen von Obernheide“ von Hartmut Müller (früherer Leiter des Staatsarchivs) veröffentlicht worden. Heute lebt Lily Maor mit ihrem Mann, dem polnischen Überlebenden Zdenek Maor, in Haifa.
30. Oktober, 19 Uhr
WallSaal der Stadtbibliothek
Fotoausstellung: Bremer Bürger zu Besuch in Haifa
Auf Einladung unserer Partnerstadt Haifa hat die DIG Bremen seit 2005 vier Bürgerreisen nach Haifa und Israel organisiert. 130 Bremerinnen und Bremer haben auf diesem Weg tiefe Eindrücke über das Land, die Landschaft, Geschichte und Politik und vor allem die Menschen gewinnen können. Und sie haben fotografiert. Eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat daraus eine Fotoausstellung gemacht, die im Rahmen unseres Programms „60 Jahre Israel“ im Oktober in der Stadtbibliothek gezeigt wird. Sie wird von den AusstellungsmacherInnen eröffnet am
1. Oktober, 19 Uhr
Zentralbibliothek am Wall 201, Altbauring 2 OG
Gesandter Ilan Mor: 60 Jahre Israel
Ilan Mor, Gesandter und Geschäftsträger der Botschaft des Staates Israel, spricht zum Thema "60 Jahre Israel – neue und alte Herausforderungen im Nahen Osten"
Mittwoch, 18. Juni, 18 Uhr
Rathaus, Kaminsaal
14. Mai 1948: Geschichtlicher Augenblick
Wir gratulieren: "60 Jahre Israel"
Festveranstaltung in der Jüdischen Gemeinde mit Musik, Tanz, Literatur (Amos Oz), Glückwünschen von Altbürgermeister Hans Koschnick, Bürgerschaftspräsident Christian Weber, Wilhelm Tacke für die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Hans-Georg Wegner für das Bremer Theater, Prof. Röschenthaler für die Bremer Freunde Israels, Elvira Noa für die Gastgeber und einem Vortrag von Hermann Kuhn für die DIG (Text der Rede hier).
Mittwoch, 14. Mai 2008, 17 Uhr
Jüdische Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
Israel-Tag 8. Mai 2008
8. Mai 2008, 15 bis 18 Uhr neben dem Rathaus
Mit der Jüdischen Gemeinde und anderen Freunde mit Musik, Essen, Reden, Sonnenschein und guter Laune feiern wir öffentlich den 60. Geburtstag Israels am 8. Mai.
Lizzie Doron: "Der Anfang von etwas Schönem"
Lesung der Autorin mit Mirjam Pressler
Dass am Ende einer Sendung im israelischen Rundfunk plötzlich ein "Schlager aus dem Lager" gespielt wird, hat Folgen. Und eine Vorgeschichte: Die dafür verantwortliche Amalia Ben Ami ist mit dem Lied "Schweig still, mein Kind, hier wachsen Gräber" aufgewachsen, ebenso Chesi und Gedi, die wie sie in einem Tel Aviver Viertel lebten. Alle drei sind Kinder von Überlebenden der Shoa. Vierzig Jahre später führt dieses Lied Amalia und Chesi wieder zusammen. Der neue Roman von Lizzie Doron (Suhrkamp 2007) handelt vom Nach- und Fortwirken der Vergangenheit in der zweiten Generation. Lizzie Dorn, geboren 1953, lebt in Tel Aviv. Einführung und Lesung auf Deutsch von Mirjam Pressler.
15. April 2008, 20 Uhr
Thalia Buchhandlung, Obernstraße 44
Eintritt 6 Euro/4 Euro f. DIG-Mitglieder
Zeev Engler: Illegale Einwanderung
"Von Wien nach Palästina"
Illegale Einwanderung und Untergang des Flüchtlingsschiffes "PATRIA"
25. November 1940: Das Flüchtlingsschiff „Patria“ sinkt im Hafen von Haifa. Die „Patria“ war ein französisches Schiff mit 1.771 „illegalen“ jüdischen Immigranten an Bord. Nach der Entscheidung der Briten, das Schiff mit weiteren „Illegalen“ aus dem damaligen Mandatsgebiet auf die Insel Mauritius zu deportieren, versuchte die zionistische Untergrundorganisation Haganah (hebr. „Verteidigung“) das Schiff leicht zu beschädigen und so am Auslaufen zu hindern. Da der Sprengsatz zu groß bzw. der Schiffsrumpf zu schwach war, sank das Schiff. 257 Passagiere starben. Zeev Engler überlebte und gelangte schließlich nach Palästina; er lebt bis heute in Israel.
Dienstag, 1. April 2008, 19.30
Jüdische Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
Feierstunde zum 27. Januar 2008
Shlomo Wolkowicz, Haifa
Von Galizien nach Israel. Die Geschichte meines Überlebens.
„Jeder Mensch hat einen Namen“
Schülerinnen und Schüler der IS Leibnizplatz lesen aus dem „Erinnerungsbuch für die als Juden verfolgten Einwohner Bremens“
Sonntag, 27. Januar 2008, 18 Uhr
Rathaus, Obere Halle
Bruno Schirra: Iran
"Iran: Sprengstoff für Europa"
Und erst für Israel! Das Buch des Journalisten Bruno Schirra geht von seiner Kenntnis der Widersprüche des Landes aus, die er aus Analyse und Aufenthalten im Iran gewonnen. Das Atomprogramm und die radikal antisemitischen Äußerungen des Präsidenten sind nur eine Seite, aber eine für Israel und uns alle sehr gefährliche. Bruno Schirra arbeitet zurzeit als Reporter für „Cicero“ in Berlin. Sein Buch ist im Ullstein Taschenbuch erschienen. Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung.
Dienstag, 4. Dezember, 20 Uhr
Galerie Rabus, Plantage 13.
Fritz Stern: Erinnerungen
"Fünf Deutschland und ein Leben"
Fritz Stern, Emigrant, Historiker, Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1999, hat seine Erinnerungen vorgelegt, eine einzigartige Verbindungen von Memoiren und Geschichtsschreibung. Fritz Stern verwebt historische Meistererzählung, scharfsinnige Analysen und eigenes Erleben zu einem Porträt jener fünf Deutschland, die er selbst miterlebt hat: Weimar, das „Dritte Reich“, Bundesrepublik, DDR und das vereinigte Deutschland nach 1989. Fritz Stern, geboren 1926 in Breslau, emigrierte 1936 mit seiner Familie nach New York. Die Lesung wird organisiert von der Buchhandlung Thalia in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Landeszentrale für politische Bildung.
Eintritt 6/4,50 Euro.
Sonntag, 18. November, 20 Uhr
Buchandlung Thalia, Obernsstraße 44
Erika Rosenberg: Ich, Emilie Schindler
Erinnerungen einer Unbeugsamen
Emilie Schindler tritt aus dem Schatten ihres Mannes Oskar Schindler.
Wie er setzte sie ihr Leben ein, um über 1300 Juden vor dem sicheren Tod zu retten. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte sie, jahrzehntelang fast völlig vergessen, in Argentinien. Ihre Erinnerungen an die Schreckensherrschaft der Nazis sind das Zeugnis einer mutigen Frau, deren oberstes Prinzip die Menschlichkeit war. Die aktualisierte und erweiterte Neuauflage ihrer Erinnerungen enthält einen Bericht über ihre letzten Monate in Deutschland und weitere Dokumente, die ihre Leistung und Persönlichkeit noch intensiver beleuchten. Erika Rosenberg aus Buenos Aires hat Emilie Schindlers Erinnerungen bewahrt.
8. November, 20 Uhr
Jüdische Gemeinde, Schwachhauser Heerstraße 117
Donna Rosenthal "Die Israelis". Buchvorstellung
"Die Israelis. Leben in einem ungewöhlichen Land". Buchvorstellung
Die israelisch-amerikanische Publizistin Donna Rosenthal, die lange in Israel und den Vereinigten Staaten als Journalistin gearbeitet hat, hat Anfang des Jahres im Verlag Beck ein Buch über das alltägliche und zugleich nicht alltägliche Leben der Israelis veröffentlicht. Gisela Dachs schrieb in der „Zeit“: Das sorgfältig recherchierte Buch geht in die Tiefe, die Autorin scheut vor keinen noch so komplizierten Zusammenhängen zurück und bleibt dabei verständlich und unterhaltsam. Sie hat keine Prominenz interviewt, sondern erzählt die persönlichen Schicksale von ganz normalen Menschen – es geht um ihren Alltag, ihren Beruf, ihre Sorgen.“ Und dennoch, oder gerade deswegen werden die großen Entwicklungslinien der israelischen Gesellschaft sichtbar. Frau Rosenthal wird begleitet von J. S. Altman-Schevitz aus Tel Aviv, der auch für die Übersetzungen aus dem Englischen sorgt.
9. Oktober 2007, 20 Uhr
Thalia-Buchhandlung, Obernstraße 44
Dr. Ruthie Eitan, Sderot
Sderot: Leben unter Raketen-Beschuss
Dr. Ruthie Etan ist Dozentin für moderne europäische Kultur und Geschichte am Sapir College außerhalb von Sderot, unmittelbar an der Grenze zum Gaza-Streifen. Sie beschreibt das Leben unter Dauerbeschuss, die Ängste ihrer Studenten, die psychologische Beratungsstelle, die für die Bürger von Sderot im College eingerichtet wurde und die verlorenen Hoffnungen: Das Sapir College wurde an der Grenze zum Gaza errichtet, weil man wissenschaftliche Kooperationen mit den Palästinensern suchte ... Dr. Ruthie Eitan ist in Israel geboren, hat Geschichte mit Schwerpunkt Deutschland studiert und über die „Urburschenschaften“ promoviert; sie war Koordinatorin für das „Zentrum deutsche Studien“ und leitet seit 2004 die internationalen Programme des Sapir College bei Sderot. Sie hat in Bremen und Mainz gelebt und über das deutsche Judentum gearbeitet.
10. Juli 2007, 20 Uhr
Villa Ichon
Andreas Lennert:
Bürgermeister Johann Smidt und die Vertreibung der Juden aus Bremen
In diesem Jahr jährt sich der Todestag von Johann Smidt zum 150. Mal. Grund genug, sich nicht nur an seine Verdienste bei der Gründung Bremerhavens, sondern auch an andere Seiten seiner Tätigkeit als Bremer Bürgermeister zu erinnern. In den Jahren nach 1820 versuchte der Bremer Senat, Bremen zur „judenfreien“ Stadt zu machen. Mit Drohungen, Schikanen, Zwangsausweisung der Dienstboten und Beschlagnahme des Eigentums sollten die wenigen in Bremen ansässigen jüdischen Familien zum Verlassen der Stadt gezwungen werden. Johann Smidt, einer der Vordenker der judenfeindlichen Politik der angeblich so liberalen und weltoffenen Hansestadt, hatte die Aufgabe übernommen, als Gesandter beim Deutschen Bundestag in Frankfurt die bremische Judenpolitik nach außen abzusichern. Mit den hiesigen Juden nach eigenem Gutdünken verfahren zu können, war für ihn ein unverzichtbarer Aspekt der bremischen Selbständigkeit und Souveränität.
Andreas Lennert ist Lehrer i. R. und Mitglied im Vorstand der DIG Bremen.
12. Juni, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Hermann Kuhn
Der Sechstagekrieg um Israel und seine Folgen
Vom 5. bis zum 10. Juni 1967 führte Israel den zweiten Krieg um seine Existenz als jüdischer Staat. Nach anhaltenden Terrorattacken der neu gegründeten PLO, nach dem Versuch Syriens, Israels Wasserversorgung nachhaltig zu stören und nach der Sperrung der Meerenge von Tiran durch die aufmarschierende ägyptische Armee entschloss sich Israel am 5. Juni 1967 zu einem Präventivkrieg, der nach sechs Tagen mit einem überwältigenden Sieg endete – und der Verantwortung für die besetzten Gebiete. Der Sechstagekrieg änderte nicht nur die Lage im Nahen Osten grundlegend, sondern führte auch zu einem tiefen Wandel in der deutschen Wahrnehmung von Israel, der bis heute nachwirkt. Es lohnt sich daher, einen Blick auf die Ereignisse vor 40 Jahren zu werfen.
5. Juni 2007, 20 Uhr
Villa Ichon, Goetheplatz
Den Text des Eingangsreferates finden Sie hier
Grigori Pantijelew:
Ist man vor Antisemitismus nur noch auf dem Monde sicher?
Über die Berichterstattung der Medien
Vortrag und Diskussion auf Einladung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
20. Mai 2007, 19 Uhr
Gemeindehaus Unser Lieben Frauen, Schwachhauser Ring 61
Yona Yahav, Oberbürgermeister von Haifa:
Bremens Partnerstadt Haifa nach dem Krieg – Perspektiven für den Frieden
Bremens Partnerstadt Haifa war im vergangenen Sommer während des Libanon-Krieges schwer von den Raketenangriffen der Hizbollah betroffen. Tausende von Raketen trafen die Stadt und ihre Umgebung, Menschen wurden getötet und verletzt, die traumatischen Folgen werden für viele erst jetzt sichtbar. Der Oberbürgermeister von Haifa, Yona Yahav, besucht am 6. Mai Bremen und bietet uns die Gelegenheit zum Gespräch über diese Zeit und über seine erfolgreichen Bemühungen, den Frieden in der eigenen Stadt zu wahren. Auch die allgemeinen Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben in der Region werden zur Sprache kommen.
6. Mai 2007, 20 Uhr
Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5
3. Mai 2007: I like Israel
Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Bremen und weiteren Organisationen sind wir am Israel-Tag 2007 auf dem Marktplatz. Am 3. Mai von 16 Uhr (Eröffnung) bis 19 Uhr informieren wir über Israel und unsere Arbeit in Bremen. Kommen Sie vorbei!
Eine Presseerklärung des Präsidenten der DIG, Dr. h.c. Johannes Gerster, finden Sie hier

- Der Stand der DIG am 3. Mai 2007 auf dem Markplatz




Yaacov Lozowick
Israels Existenzkampf. Eine moralische Rechtfertigung seiner Kriege
Vortrag und Diskussion
19. März, 20 Uhr
Galerie Plantage 13
Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung
Mehr
Einladung nach Haifa
Auch in diesem Jahr fahren wir nach Haifa. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in der Einladung (PDF).








