Auf einer Wellenlänge
Das Radio war eines der wirkungsvollsten Instrumente nationalsozialistischer Propaganda. Mit moderner Kurzwellentechnik erreichte das NS-Regime nicht nur das Deutsche Reich, sondern sendete gezielt in andere Weltregionen.
Weniger bekannt ist, dass während des Zweiten Weltkriegs bei Königs Wusterhausen ein arabischsprachiger Sender betrieben wurde. Zu den zentralen Stimmen dieses Programms gehörte der ehemalige Mufti von Jerusalem, Mohammed Amīn al-Husseinī, der seit 1941 in Deutschland lebte und politisch mit dem NS-Regime kooperierte.
Die Sendungen verbreiteten antisemitische Ideologie und richteten sich gezielt an Hörerinnen und Hörer im Nahen Osten. Der Vortrag rekonstruiert die Zusammenarbeit zwischen al-Husseinī und dem NS-Staat, ihre politischen Hintergründe sowie die Frage, wie diese Episode historisch einzuordnen ist. Dabei wird auch diskutiert, welche Bedeutung und Wirkung dieser Kooperation zugeschrieben werden kann – und wo die Forschung unterschiedliche Bewertungen vornimmt.
Die Veranstaltung basiert auf einer Publikation mit Originaldruckgrafiken von Michaela Melián und einem Text von Olaf Kistenmacher.
Im Anschluss findet eine Diskussion statt.
Donnerstag, 19. Februar 2026, 20 Uhr
Galerie K’, Alexanderstraße 9b, 28203 Bremen
Zu den Mitwirkenden
Olaf Kistenmacher ist Historiker, Philosoph und Publizist. Zuletzt erschien von ihm:
„Gegen den Geist des Sozialismus“. Anarchistische und kommunistische Kritik der Judenfeindschaft in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik (Freiburg 2024).
Michaela Melián ist Künstlerin und Musikerin. Sie ist Mitgründerin der Band F.S.K. und war bis 2023 Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
Eine Veranstaltung von associazione delle talpe und Kooperationspartnern im Rahmen des Programms zum 27. Januar.